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Korfu-Stadt: Festungen, Museen und Traditionen
Die Festungen, Arkadenpromenaden und Museen von Korfu-Stadt erzählen von den vielfältigen Einflüssen, die diese ionische Hauptstadt geprägt haben. Auf Griechisch heißt die Stadt Kerkyra; sie ist die Hauptstadt der Insel Korfu und ein regionales Zentrum der griechischen Ionischen Inseln. Ihre Geschichte reicht bis in die Antike zurück. Die venezianische, französische und britische Herrschaft hinterließ deutliche Spuren in der Architektur und den Kultureinrichtungen.
Monumentale Bauwerke und lebendige Traditionen verdienen gleichermaßen Aufmerksamkeit. Auf den öffentlichen Plätzen treffen sich Einheimische und Besucher, Kirchen bewahren bedeutende religiöse Kunst, und Ostern sowie Karneval verleihen dem Kulturkalender einen ausgeprägt lokalen Charakter.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Korfu-Stadt
Die Alte und die Neue Festung
In der Alten Festung wird die Verteidigungsgeschichte von Korfu greifbar: Die byzantinische Anlage wurde unter venezianischer Herrschaft erneuert und hielt den osmanischen Belagerungen von 1537, 1571 und 1716 stand. Auf dem Gelände steht die Kirche Agios Georgios. Dazu passt ein Besuch der Neuen Festung, die die Venezianer im 16. Jahrhundert auf dem Hügel San Marco errichteten. Kasernen, unterirdische Gänge, Wasserleitungen und Munitionslager geben Einblick in die Infrastruktur der städtischen Verteidigungsanlagen.
Spianada und Liston
Die Spianada ist der zentrale Platz von Korfu-Stadt und ein guter Ort, um das öffentliche Leben zu beobachten. Die Anlage wurde nach dem Vorbild europäischer Königsgärten gestaltet und diente einst venezianischen Truppen als Exerzierplatz. An ihrer Westseite beginnt mit dem Liston ein anderes Kapitel der Architekturgeschichte. Die lange Arkadenzeile entstand 1807 während der französischen Herrschaft und ist von der Rue de Rivoli in Paris inspiriert. Gemeinsam bilden Platz und Arkaden einen unverwechselbaren Rahmen für einen Spaziergang durch die Innenstadt.
Archäologie und Kunst in den Museen der Stadt
Das Archäologische Museum führt in das antike Korfu: Zu seinen bedeutendsten Werken zählen der Gorgonen-Giebel des Artemistempels und der archaische Löwe von Menecrates. Am Nordende der Spianada befindet sich im ehemaligen Königspalast das Museum für Asiatische Kunst mit mehr als zehntausend Objekten aus ganz Asien. Religiöse Malerei zeigt die Kirche Antivouniotissa, in der das Byzantinische Museum seine Sammlung byzantinischer und nachbyzantinischer Ikonen präsentiert. Sie ergänzt die vielfältigen Kunstsammlungen der Stadt.
Agios Spyridon, Ostern und Karneval
Die Kirche Agios Spyridon steht im Zentrum der religiösen Identität Korfus. Sie wurde 1589 erbaut und bewahrt die sterblichen Überreste des Inselheiligen in einem silbernen Reliquienschrein. Die Decke schmücken 17 vergoldete Tafeln. Die Kirche ist ein guter Ausgangspunkt, um die religiösen Traditionen der Stadt kennenzulernen. Das griechisch-orthodoxe Osterfest ist hier ein bedeutendes Ereignis. Der Karneval von Korfu blickt auf eine mehr als 450-jährige Geschichte zurück, die bis in die frühe venezianische Herrschaft reicht. Diese wiederkehrenden Feste verbinden die heutige Kultur der Stadt mit ihrer langen religiösen und bürgerlichen Geschichte.