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Potsdam-Reiseführer: Schlösser, Parks und historische Viertel
Potsdams Schlösser und gestaltete Parkanlagen zählen zu den prägenden Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sie liegen in einer Landschaft aus Seen und bewaldeten Hügeln an der Havel. Die Hauptstadt Brandenburgs befindet sich südwestlich von Berlin und war bis 1918 Residenz preußischer Könige und deutscher Kaiser. Ihre Architektur und Gärten spiegeln Ideen der Aufklärung über das Verhältnis von Bauwerken, Natur und menschlichem Leben wider. So entstand eine königliche Kulturlandschaft, die zum UNESCO-Welterbe gehört.
Abseits der Schlossanlagen prägen historische Plätze und Viertel das Stadtbild. Sie entstanden, um Handwerker aus dem Ausland anzuziehen. Potsdam ist außerdem ein Zentrum für Wissenschaft und Film: Die traditionsreichen Studios in Babelsberg bilden das Herz einer Filmkultur, für die Potsdam 2019 als UNESCO Creative City of Film ausgezeichnet wurde.
Potsdams historische Sehenswürdigkeiten und Kultur entdecken
Babelsbergs Filmgeschichte
Babelsberg hat Potsdam einen festen Platz in der Filmgeschichte verschafft. Das 1912 gegründete Studio Babelsberg ist das älteste Großfilmstudio der Welt. Seine Geschichte reicht vom deutschen Expressionismus bis zu internationalen Produktionen. Filmschaffende und Darsteller wie Fritz Lang und Marlene Dietrich arbeiteten hier. Der Filmpark Babelsberg ist eine Besucherattraktion in diesem weitläufigen Filmviertel, zu dem auch eine Filmuniversität, Rundfunkanstalten und Medieneinrichtungen gehören.
Alter Markt und Neuer Markt
Der Alte Markt bildet den Mittelpunkt der historischen Innenstadt. Das Stadtschloss und die Nikolaikirche prägen sein architektonisches Ensemble. Von dort führt ein Spaziergang zum Neuen Markt, einem erhaltenen Platz aus dem 18. Jahrhundert und einem weiteren wichtigen Teil des städtischen Erbes. Gemeinsam zeigen die Plätze Potsdams bürgerliches Gesicht jenseits der königlichen Gärten: Monumentale Bauwerke und geschlossene Straßenzüge setzen einen Kontrast zu den weitläufigen Schlossanlagen.
Durch das Holländische Viertel spazieren
Das Holländische Viertel ist für seine 134 roten Backsteinhäuser bekannt, die sich über vier Karrees verteilen. Der niederländische Baumeister Johann Boumann entwarf das Viertel im 18. Jahrhundert, um Handwerker aus den Niederlanden anzuziehen. So entstand ein unverwechselbares architektonisches Ensemble. Beim Spaziergang durch die Straßen fällt der Rhythmus der Backsteinfassaden ins Auge. Das Jan-Bouman-Haus in der Mittelstraße erzählt mehr über die Geschichte des Viertels und die Handwerker, die hier willkommen sein sollten.
Cecilienhof und den Neuen Garten besuchen
Schloss Cecilienhof rückt Potsdam ins Zentrum der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. 1945 fand hier die Potsdamer Konferenz statt, bei der die alliierten Staats- und Regierungschefs über die Verwaltung Deutschlands nach dem Krieg berieten. Das Schloss liegt im Neuen Garten, einer Landschaft am See, in der auch das Marmorpalais steht. Ein Rundgang durch die Anlagen verbindet zwei wichtige Seiten der Stadtgeschichte: die preußischen Rückzugsorte der Königsfamilie und die diplomatischen Entscheidungen, die das Deutschland der Nachkriegszeit prägten.
Schloss Sanssouci und Park erkunden
Schloss Sanssouci und sein Park bilden Potsdams bekanntestes Ensemble. Im Rokokoschloss lohnen die reich verzierten Innenräume einen genaueren Blick. Terrassen, Gärten, Staffagebauten und künstliche Ruinen führen durch die weitläufige gestaltete Landschaft. Gehen Sie weiter zum Neuen Palais, dessen prunkvoller Konzertsaal eine weitere Facette königlichen Repräsentationswillens zeigt. Im Park findet außerdem jährlich im August die Potsdamer Schlössernacht mit Konzerten, Tanz und Theater statt.